Kubas Landschaften & Tiere

Aufbruch in eine andere Welt

 

Mein Mann und ich haben uns nach langer Zeit einen großen Fernreisetraum erfüllt und sind durch Kuba getourt. Mit dem Mietwagen ging es für 3 Wochen über die Westhälfte der Insel. Nach einigen Tagen in Havanna, fuhren wir über Soroa in das Tabaktal Viñales und weiter zum (fast) westlichsten Zipfel Maria la Gorda. Nach einigen Tauch- und Entspannungstagen ging es von dort Richtung Schweinebucht nach Playa Larga, anschließend nach Cienfuegos, Trinidad und über Santa Clara wieder Richtung Norden in den Badeort Varadero.

 

Der große Vorteil des eigenen Autos war natürlich die enorme Flexibilität. Wir konnten unsere Tagespläne und Ausflüge nach Lust und Laune anpassen, ohne auf Busabfahrtszeiten oder Gemeinschaftstaxis angewiesen zu sein. Doch ich will nicht verschweigen, dass ein Mietwagen auf Kuba zum einen echter Luxus ist und zum anderen eine gewisse Abenteuerlust voraussetzt. Die Straßenverhältnisse sind wirklich nicht zu unterschätzen und selbst in Havanna brauchten wir an einem Tag 7 (!) Anläufe, bis wir an einer Tankstelle Benzin bekommen haben.

 

Natürlich war meine Kamera auch wieder im Handgepäck - vor allem um die Natur und Tierbegegnungen in diesem Land festzuhalten. Doch bevor ich dir meine Eindrücke vorstelle, möchte ich noch ein paar Gedanken zu den Menschen, die wir auf Kuba kennenlernen durften, loswerden.

 

Ich habe noch nie so freundliche, hilfsbereite und lebensfrohe Menschen getroffen wie auf Kuba.

 

Es ist wirklich beeindruckend, wie glücklich die Menschen dort sind. Natürlich gibt es kritische Stimmen zur Politik, natürlich möchten viele gern freier leben, reisen, ein Geschäft eröffnen und Konsumgüter kaufen können, wie sie es möchten. Und trotzdem lassen sie sich ihre Lebensfreude nicht verderben. Jeder scheint jeden in seinem Stadtviertel zu kennen, Straßen sind weniger Verkehrswege als soziale Treffpunkte. Es wird laut Musik gespielt, getrascht, gelacht und den Kindern beim Spielen zugesehen. Allgemein scheint die Musik untrennbar zum kubanischen Selbstverständnis zu gehören, genau wie der Rum und die Zigarren. Auch wenn es nach Klischee klingt, die Kubaner lieben diese Dinge und erklären den Touris leidenschaftlich die verschiedenen Stile und Geschmäcker und natürlich auch die die Herstellungsprozesse.

 

Ich habe die kubanischen Menschen als ein sehr stolzes Volk empfunden. Stolz auf das, was sie haben, darauf wie sie in wirklich allen Lebenslagen zurechtkommen. Und vor allem von ganzem Herzen überzeugt, dass ihre Lebensart und Kultur tief in ihnen verwurzelt ist und auch ein langsam aufkommender Kapitalismus das nicht ändern wird.

 

Doch nun raus in die Natur.

 

 

Landschaften

 

Auf Kuba habe ich weite Ebenen, dichte Wälder, Gebirge, Höhlen, Wasserfälle, Sümpfe und Mangrovengebiete erlebt. Die Landschaften sind also wirklich vielfältig und für Naturliebhaber immer wieder spannend. Über 200 Gebiete stehen unter Naturschutz, die zusammen mehr als einem Fünftel der Landesfläche entsprechen. Viele schöne Plätze lassen sich allerdings nur mit amtlichen Führern der Nationalparks entdecken. Mein Mann und ich haben solche Touren auf der im äußersten Westen gelegenen Peninsula de Guanahacabibes und im Nationalpark Zapata in der Nähe der Schweinebucht mitgemacht. Beide Male hatten wir einen Guide komplett für uns alleine. Unsere Guides sprachen sehr gutes Englisch und konnten uns viel zu den Landschaften, ihrer Entstehung und den dort lebenden Tiere erklären. Faszinierend fand ich, dass große Teile des Waldbodens auf unseren Touren aus versteinerten Korallen bestanden. Vor Urzeiten wurde der Meeresboden durch die Plattentektonik an die Oberfläche gedrückt und bildet heute in weiten Teilen einen steinharten und zerfurchten Boden. Festes Schuhwerk ist bei Wanderungen also wirklich zu empfehlen.

 

In einigen Regionen Kubas wie im Viñales-Tal oder dem Gebirge Topes de Collantes kann man Höhlen und Wasserfälle besuchen. Die Wanderwege dorthin sind teilweise sehr anstrengend, doch es lohnt sich. Nach der schweißtreibenden Wanderung kannst du dich in den Becken der Wasserfälle abkühlen und deine Füße von kleinen Fischen beknabbern lassen. Auf einer Wanderung im Zapata-Nationalpark konnten wir sogar mitten im Wald in einer Cenote schnorcheln. Bei dieser mit Süßwasser gefüllten Höhle war durch Erosion die Decke eingestürzt, so dass sich dort jetzt ein langgezogenes und 25 Meter tiefes Becken befindet. Darin leben neben verschiedenen Fischen auch Schildkröten. Diese beim Schnorcheln zu beobachten war schon etwas ganz Besonderes.

Tiere

 

Auf Kuba konnte ich vor allem zwei Gruppen von Tieren beobachten: Einerseits eine Vielzahl von Vögeln in den Wäldern und andererseits jede Menge Straßenkatzen und -hunde in den Städten. Wobei ich mir bei letzteren mit der Bezeichnung gar nicht so sicher bin. Ich habe mehrmals gesehen, das Hunde quer durch die Straßen gelaufen und dann schwupps in einem Haus verschwunden sind. Vielleicht gehören sie doch zu jemanden oder die Bewohner der Städte stören sich nicht an gelegentlichen tierischen Besuchern. Auf jeden Fall werden die Stadttiere wesentlich besser behandelt, als ich es z.B. auf Bali erlebt hatte. Auf Kuba habe ich nie gesehen, dass ein Hund beschimpft, vertrieben oder geschlagen wurde. Trotzdem ist es nicht wirklich schön, das Leben dieser Tiere mitanzusehen.

 

Die Vielfalt der Vogelarten hat mich dagegen wirklich begeistert. Vom kleinsten Bienenelfen-Kolibri bis hin zum stattlichen Truthahngeier konnte ich viele Arten beobachten und fotografieren. Ganz besonders froh war ich, noch einen Kubatrogon vor die Linse bekommen zu haben. Der Nationalvogel Kubas wird landläufig Tocororo genannt und trägt die Nationalfarben blau, rot und weiß. Angeblich soll er an jeder Ecke zu finden sein, doch vor mir hielt er sich auf jeder Wanderung gut versteckt. Das ich doch noch ein Foto erhalten habe, verdanke ich einer zufälligen Begegnung mit einem Exemplar auf der Anlage unseres Tauchhotels.

 

Allgemein waren einige Aufnahmen von glücklichen Zufällen geprägt. Im Nationalpark Guanahacabibeshaben haben wir lange überlegt, ob wir eine Autotour zu den Kubaleguanen an den Küstenfelsen oder lieber eine Waldwanderung unternehmen sollen. Nach einigem Hin und Her fiel die Entscheidung letztendlich auf den Wald. Auf dem Rückweg staunten wir und auch unser Guide nicht schlecht, als ein Leguan aus dem Dickicht kroch und sich direkt neben uns am Wegesrand in die Sonne legte. Ich weiß nicht, ob wir auf der Autotour so nah an eines der Tiere herangekommen wären... Noch unglaublicher verlief unsere Wanderung zu einer Fledermaushöhle, in der eine junge Schlange an der Höhlenwand hing und eine gerade gefangene Fledermaus verspeiste. Auch wenn ich mit der Fledermaus nicht hätte tauschen wollen, war das ein beeindruckendes Ereignis. Wie oft sieht man so etwas in freier Wildbahn? Für den Menschen gefährliche oder giftige Tiere gibt es auf Kuba übrigens nicht. Mit respektvollem Verhalten kannst du also unbeschwert in die dortigen Naturwelten eintauchen.

Kuba ist ein faszinierendes Land mit freundlichen Menschen und einer wunderschönen Natur. Es wäre wirklich fantastisch, wenn diese Schätze auch in Zukunft erhalten bleiben. Dazu können auch wir als Touristen mit unserem umsichtigen Verhalten gegenüber Einheimischen, Tieren und Landschaften viel beitragen. Ich hoffe, dass dir dieser kleine Einblick gefallen hat und dich vielleicht auch zu einer eigenen Entdeckungstour inspiriert.


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